Autor: Szene1916 (Seite 2 von 8)

Die aktuellen Geschehnisse rund um Dietmar Hopp

In den letzten Wochen hat man in den deutschen Fankurven gehäuft Transparente/Spruchbänder gegen den Mäzen von Hoffenheim, Dietmar Hopp, gesehen. Im Folgenden wollen wir euch die Hintergründe/Beweggründe zu dieser aktuellen „Protestwelle“ näher bringen und uns kritisch mit dieser auseinandersetzen. Um einen gesamtheitlichen Überblick von der Problematik zu bekommen, möchten wir zunächst weit ausholen und dabei auch das Konstrukt der TSG Hoffenheim und die Personalie nochmal näher betrachten.
Schon seit der „Gründung“ der TSG 1899 Hoffenheim Fußball-Spielbetriebs GmbH im Jahr 2005 steht das Verein-Konstrukt TSG 1899 Hoffenheim bundesweit bei Fußballfans in der Kritik. Seit diesem Zeitpunkt sind auch immer wieder Proteste, vor allem von etablierten Vereinen („Traditionsvereinen“), gegen Hoffenheim zu vernehmen gewesen. Diese Proteste sind jedoch nicht nur gegen Hoffenheim, sondern auch bei anderen vergleichbaren Verein-Konstrukten vor allem bei Red Bull zu beobachten. Da im Gegensatz zu den anderen oben genannten Vereinen bei Hoffenheim nicht direkt ein Unternehmen/Konzern dahintersteckt, sondern eine Privatperson, die 96% der Anteile besitzt, führt dies zu einem kanalisierten Protest gegenüber dieser Person – Dietmar Hopp.

Die Person Dietmar Hopp
An dieser Stelle muss vorab ausdrücklich erwähnt werden, dass sich die Proteste keinesfalls gegen die Privatperson Hopp richten, sondern gegen seine Tätigkeit bei der TSG 1899 Hoffenheim. Abseits des Fußballs muss man besonders sein Engagement in den Bereichen Gesundheit, Soziales und Bildung hervorheben. Vor allem durch seine Dietmar-Hopp-Stiftung, die seit 1995 mit rund 600 Mio. Euro diverse Projekte unterstützt, engagiert er sich sozial und gemeinnützig.
Als eine soziale und gemeinnütze Intention bezeichnet Hopp auch die finanzielle Unterstützung des damals in der Kreisliga A spielenden Hoffenheims. Begründet wurde dies mit der gemeinnützigen Verantwortung eines Fußballvereines. Auch als Fußballmäzen war es seine Intention so respektiert zu werden, wie als ein Förderer der Medizin. Seine Investitionen, beginnend im Jahre 1989, sollten lediglich als eine Anfangsinvestition dienen. Nach und nach wolle er sich aus Geschäft herausziehen. Hopp selbst sagte in jüngerer Vergangenheit zu dem Projekt Hoffenheim: „dabei ging es mir nie darum, Geld zu verdienen. Ich habe übrigens auch keins verdient, sondern wollte den Menschen dieser Region, die meine Heimat ist, etwas zurückgeben“. Doch ist er auch als Fußballmäzen ein Wohltäter und handelt nicht aus Eigeninteresse, wie es bei seinen anderen Spenden und Engagements der Fall ist? Das im Jahr 2017 veröffentlichen Buch „Football Leaks: Die schmutzigen Geschäfte im Profifußball“ (von Rafael Buschmann, Michael Wulzinger) lässt glaubhafte Zweifel an dem Saubermann- Image zu.
Der zentrale Punkt ist die im Jahr 2012 gegründete Transfair Rechteverwertungsgesellschaft mbH & Co. KG. Persönlich haftender Gesellschafter war die DH-Holding Verwaltungs GmbH (ehem. Verwaltungsgesellschaft der Golf Club St. Leon Rot GmbH), deren alleiniger Besitzer Dietmar Hopp war. Diese Firma Transfair hielt Anteile an Transferrechten von Spielern der TSG 1899 Hoffenheim und hatte einen ganz banalen Geschäftszweck: Geld am Vereinswechsel von Fußballprofis verdienen. Neben einer Reihe von meist unbekannteren Spielern hatte die Firma auch Rechte an Roberto Firmino. Dieser wurde 2015 für rund 40 Mio. Euro von Hoffenheim zum FC Liverpool verkauft. Von diesem Transfer sind in den Kassen der TSG 1899 Hoffenheim Fußball-Spielbetriebs GmbH jedoch nur rund 8 Mio. Euro hängen geblieben. Die restlichen rund 32 Mio. Euro gingen an die Transfair GmbH. Kurioserweise wechselte zwei Wochen vor diesem Transfer der Eigentümer von Transfair. Neuer Eigentümer war die Comaro Management GmbH von Mariano Maroto Lopez, einem Geschäftspartner und Vertrauten Dietmar Hopps. Auf Nachfragen teilte weder Dietmar Hopp noch Mariano Maroto mit, wieso es zu diesem Schachzug gekommen ist und ob Transfair noch weitere, noch nicht bekannte Spielerrechte besitzt, an denen sie mitverdienen. War der Grund ein Interessenskonflikt, den Hopp zu verbergen hatte?

Des Weiteren muss in diesem Zusammenhang ebenfalls erwähnt werden, dass die DFL im Jahr 2015 Dietmar Hopp gestattet hat 95% der Stimmanteile und 99,99% der Kapitalanteile der TSG 1899 Spielbetriebs GmbH zu übernehmen. Dies bedeutet: Eine einzelne Person hat die kompletten Fäden in der Hand und kann über alles bestimmen. Die Begründung seitens der DFL war, dass er als Mäzen zwei Jahrzehnte lang selbstlos Geld in den Verein gepumpt hat. Kann eine Person, die in undurchsichtige Transfergeschäfte verwickelt ist, aus denen wohl immense Gewinne erzielt wurden, auch im Fußball ein selbstloser Wohltäter sein?

Die aktuelle Protestwelle
Wie bereits zu Beginn beschrieben, gab es seit dem finanziellen und sportlichen Aufstieg Hoffenheims kontinuierlich Proteste. Diese haben nur vereinzelt für mediale Aufmerksamkeit gesorgt. Doch was hat nun zur momentanen, ständig in der Presse präsenten, Protestwelle gegen den Fußballmäzen Dietmar Hopp geführt?

Der Auslöser hierfür war das Verhängen eines Zuschauerausschlusses für den BVB bei den Auswärtsspielen in Hoffenheim (Dauer: 3 Jahre). Dies wurde vom DFB verhängt, nachdem Anhänger der Dortmunder wiederholt Protestaktionen gegen Hoffenheim, insbesondere gegen den Mäzen Hopp durchgeführt haben. Bei diesen Protesten ist auch des Öfteren das Wort „Hurensohn“ gefallen, was durchaus diskutabel ist (hierzu später mehr). Bei dem daraus resultierenden Zuschauerausschluss handelt es sich um eine Kollektivstrafe. Allerdings wurde seitens des DFB 2017 verkündet, vorab auf Kollektivstrafen zu verzichten. Dass Kollektivstrafen schlecht mit deutschen Rechtsgrundsätzen vereinbar sind, liegt auf der Hand: Unschuldige Personen werden für Vergehen, die sie nicht begangen haben, bestraft. Das „Versprechen“ seitens des DFB keine Kollektivstrafen mehr zu verhängen wurde hier klar gebrochen. Kritische Stimmen vermuten, dass dies auf den guten Verbindungen Hopps zu den Funktionären des DFB beruht.

Um zum aktuellen, heiß diskutierten Protest zurückzukommen, muss man mal die einzelnen Hauptelemente, die am häufigsten aufgegriffen werden, thematisieren. Dies soll eine sachliche Erläuterung darstellen und in keiner Weiße die Worte verteidigen.
– Hurensohn: jedem sollte die „biologische“ Bedeutung bekannt sein. Dass diese tatsächliche Bedeutung auf Herrn Hopp nicht zutrifft, sollte allen auch bekannt sein. Diese „krasse“ Formulierung ist mit dem Slogan „Krieg dem DFB“ gleichzusetzen. Abgesehen davon, dass ein Krieg laut Definition nur zwischen zwei Ländern stattfinden kann, wird doch kein Fußballfan einen bewaffneten Konflikt mit dem DFB aufsuchen. Wie eingangs erwähnt, kanalisiert sich der Protest in dem aktuellen Fall auf eine Person.
– Fadenkreuz: das Konterfei Hopps war häufig in einem Fadenkreuz zu sehen. Laut Duden ist die Definition von „jemanden im Fadenkreuz haben“, jemanden scharf beobachten. Im alltäglichen Sprachgebrauch wird dies z.B. auch von staatlichen Instanzen („im Fadenkreuz der Ermittlungen“) verwendet. Sicherlich wurde bei keinem der bisherigen Proteste an einen Aufruf zur Gewalt oder Mord gedacht.
Diese überspitzte, durchaus harte und polarisierende Wortwahl wurde bewusst gewählt, um Aufmerksamkeit zu generieren. Vielen Protestaktionen zuvor (u.a. gegen Hoffenheim) sind „im Sande verlaufen“. Den Missständen wurde keinerlei Aufmerksamkeit geschenkt. Es ist bedauerlich, dass zu solchen Maßnahmen gegriffen werden muss, um Missstände nicht nur im DFB sondern, auch in der Gesellschaft aufzudecken/publik zu machen. Hier ist auch das Thema Rassismus nicht außen vor zu lassen. Werden Spieler, wie z.B. vor kurzem Jordan Torunarigha (Hertha BSC Berlin), durch Affenlaute beleidigt, gibt es keine klare, von dem DFB verfolgte Vorgehensweise. Dies hat zur Folge, dass es nach solchen Vorfällen häufig keine Durchsagen vom Stadionsprecher gibt oder das Spiel unterbrochen wird. Sollten nicht eigentlich die Minderheiten unterstützt werden und sich für sie stark gemacht werden?

Im Zuge des medialen Aufruhrs der letzten Tage bzw. Wochen, hat man immer wieder feststellen müssen, dass die Schmähungen gegen Hopp mit Rassismus und Diskriminierung gleichgesetzt werden. Bei einem Blick auf die Definition der beiden Begriffe lässt sich dies doch sehr schnell entkräften. Bei einer Diskriminierung wird eine Person aufgrund ihrer ethnischen Herkunft, Weltanschauung, Sprache, etc. beleidigt, Rassismus ist eine Gesinnung oder Ideologie, nach der Menschen aufgrund weniger äußerlicher Merkmale kategorisiert, verurteilt oder diskriminiert werden. Aufgrund dessen ist der Unterschied zwischen Rassismus/Diskriminierung und der aktuellen Situation eindeutig. Das Wort „Hurensohn“ ist, laut Gesetz, eindeutig eine Beleidigung. Dies ist ein Unterschied, den es nicht zu vermischen gilt!
Eine gewisse Doppelmoral ist in der aktuellen Thematik von Verantwortlichen seitens der DFL, des DFB und auch Dietmar Hopps festzustellen. Jeder sollte noch im Hinterkopf haben, dass Timo Werner (RB Leipzig) ebenfalls mit „Hurensohn“ tituliert wurde bzw. noch immer wird. Einen Spielabbruch, Anzeigen, medialen Aufruhr oder gar Kollektivstrafen hatte das nie zur Folge. Wieso erst wenn ein einflussreicher Geldgeber mit diesem Schimpfwort belegt wird?

Des Weiteren hat man keine Kritik seitens Dietmar Hopps oder anderen Verantwortlichen von Hoffenheim an Banner/Doppelhaltern der eigenen „Fans“ mit den Aufschriften „Sandhausen Schweine“ oder „Fotzen Freiburg“ vernehmen können. Auch an den oben genannten Sprechchören gegen Timo Werner denunzierte der Hoffenheimer Anhang diesen als „Hurensohn“. Doch auch hier blieb die Reaktion aus…
Letztendlich geht es den Fanszenen mittlerweile nicht mehr vorrangig darum, Dietmar Hopp zu beleidigen. Viel eher hat der DFB durch seine neuerliche Linie eine Dynamik des Widerstandes innerhalb der aktiven Fanszene entwickelt. Spielunterbrechungen aufgrund von Beleidigungen auf der einen Seite, fehlendes Handeln bei rassistischen Vorfällen auf der anderen Seite. Spruchbänder gegen einen wohlhabenden Investor vs. diffamierende Gesänge gegen Spieler auf dem Rasen. Viel mehr wird Dietmar Hopp zum Symbol der aktuellen Entwicklung gemacht, weshalb neben dem DFB mit seiner undurchsichtigen Linie auch er als einzelne Person, als Mäzen der TSG 1899 Hoffenheim in der Schusslinie steht.

Nach der relativ objektiven Schilderung der Ereignisse und zu beachtenden Punkte möchten wir noch ein Fazit anhand unserer Meinung ziehen. Der DFB ist gerade dabei, die Gratwanderung zwischen einer lockeren und einer zu strengen Linie zu verlieren. Wir können den Gedankengang der Befürwortung einer Unterbrechung aufgrund einer Beleidigung irgendwo verstehen – auch wenn wir ihn nicht teilen. Spielunterbrechungen aufgrund von kritischen Äußerungen wie beispielsweise bei Union Berlin am vergangenen Sonntag („2017 Kollektivstrafen abgeschafft, nun Hopp hofiert und zwei Schritte zurück gemacht“) sind allerdings ein absolutes No-Go und ein Schritt in die ganz falsche Richtung. Und das in einem Land, in dem die Meinungsfreiheit ein unglaublich wichtiges und im Grundgesetz festverankertes Gut ist. Leider vermischen unsere Medien in ihrer Berichterstattung auch die Vorkommnisse rund um Hopp und die rassistischen Vorfälle der letzten Wochen. Dass beide Sachverhalte absolut nichts miteinander zu tun haben, wird dabei außer Acht gelassen oder sogar versucht, diese gleichzusetzen. Sie haben sogar nicht nur nichts miteinander zu tun, sondern sind auch ein Arschtritt in die jahrelange Arbeit vieler Ultragruppierungen im Kampf gegen rechtes Gedankengut und Rassismus. Wenn dann auch noch ein Dietmar Hopp Beleidigungen mit den „dunklen Zeiten“ (-> NS-Zeit) vergleicht, geht auch das letzte Stück Verhältnismäßigkeit verloren. Es wird ein Vergleich mit einer Zeit aufgestellt, in der Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft, ihrer religiösen Zugehörigkeit umgebracht wurden. Eine Zeit, in der es eben keine freie Meinungsäußerung gab. Heute stehen aktive Fans auf, um auf die Entwicklung in ihrem Lieblingssport, in ihrem Lebensinhalt (ja, für einige ist es mit das wichtigste im Leben und nein, das sind keine Chaoten, die beim Fußball nichts verloren haben) zu kritisieren. Sie tun es auch unter der Gürtellinie, vorrangig, um erhört zu werden. Und hier kommen wir wieder auf den Aspekt der Gratwanderung zurück: Auch die Ultras/ aktiven Fanszenen müssen diesen in den kommenden Wochen und Monaten meistern. Sind Beleidigungen unter der Gürtellinie wirklich nötig oder kann man die mittlerweile erreichte Aufmerksamkeit in Zukunft auch für eine sachliche, kreative Auseinandersetzung und weniger für beleidigende Proteste nutzen? Der Fußball sollte unserer Meinung nach authentisch (und somit auch in gewisser Weise dreckig) bleiben und auch Beleidigungen aus der Emotion heraus gehören unweigerlich dazu. Allerdings darf sich dabei nicht nur auf eine Person eingeschossen werden. Irgendwann müssen die Beleidigungen dann auch wieder in konstruktive Aktionen übergehen. Wann dieser Zeitpunkt kommen wird, hängt auch viel vom Vorgehen des DFB in den kommenden Wochen ab. Eine weiterhin unverhältnismäßige Linie wird wohl kaum zu einer Beruhigung der Situation beitragen. Es gilt jedenfalls, sich gegen die wieder eingeführten Kollektivstrafen aufzulehnen!

VfL Bochum – SV Sandhausen

Nach vier sieglosen Spielen ohne eigenem Tor in Folge, ging es für uns am Sonntag nach Bochum. Der Glaube an einen Auswärtssieg war nicht wirklich zu verspüren, jedoch wären wir keine Sandhäuser, wenn wir den Kopf komplett in den Sand stecken würden. Nach einer sehr schmackhaften Hinfahrt kamen wir bereits sehr früh in Bochum an. Recht bald machten wir uns auf den Weg zum Stadion. Wirklich viele Sandhausen Fans waren leider nicht anzutreffen, insgesamt fanden sich rund 60 Fans im Gästeblock ein. Dies ist leider nach den letzten Spielen auch nicht verwunderlich. Trotzdem gilt es, genau dann der Mannschaft zu zeigen, dass wir hinter ihr stehen. In guten, sowie in schlechten Zeiten! Das Spiel begann noch schlimmer als Eingangs befürchtet. Acht Minuten gespielt, 2:0 für Bochum. Doch dann wie aus dem Nichts, schafften wir es in Person von Biada den raschen Anschluss zu erzielen. Endlich mal wieder ein Tor und was für eins! Die Hoffnung war wieder da. Kurz vor der Pause konnten wir sogar den Ausgleichstreffer durch einen direkten Freistoß von Biada erzielen.
Halbzeit 2 stand an und wir waren voller Hoffnung mal wieder ein Spiel zu gewinnen. Diese Hoffnung sollte jedoch nach kurzer Zeit wieder verschwinden, da der VfL in der 49. und in der 65. Minute das 3:2 und 4:2 erzielen konnte. Unsere Jungs gaben trotz allem nicht auf und kämpften weiter. Dies sollte sich in der 85. und 90. Minute auszahlen. Durch zwei Handelfmeter konnten wir zum 4:4 Endstand ausgleichen. Was ein Spiel! Die Rückfahrt verlief reibungslos und es gab viel zum Lachen. Als Fazit ist zu nennen, dass die Moral der Mannschaft gestimmt hat. Nun gilt es. diese ins Heimspiel gegen Sankt Pauli zu übernehmen und endlich wieder drei Punkte einzufahren. Bis dann!

SV Sandhausen – Karlsruher SC

Genau eine Woche nach der Niederlage in Darmstadt kam es für uns am Sonntag zum Nachbarschaftsduell mit dem Sport-Club aus Karlsruhe. Nachdem unseren Capo am Tag vor besagten Auswärtsspiel in Darmstadt ein gelber Brief erreichte, gab es wiederum einen Tag vor dem Aufeinandertreffen mit dem KSC gute Nachrichten: Das SV konnte auf Bewährung ausgelegt werden! Somit konnten wir mit voller Besetzung in das so wichtige Spiel gegen die auf dem Relegationsplatz stehenden Badener starten. Der Block startete auch recht motiviert, allerdings war die anfänglich gute Laune ziemlich schnell verflogen. So ging der KSC bereits nach zwölf Minuten in Führung, ehe weitere zehn Minuten später die Führung gar ausgebaut werden konnte. 0:2 nach 22 Minuten… Scheiße! Passend zu dem Start in die Partie häuften sich im Anschluss unnötige Fehler, sodass unsere Jungs kaum gefährlich vor das Tor der Karlsruher kamen. Daran änderte sich auch in Durchgang zwei recht wenig und die beiden Tore der ersten 22 Minuten sollten die einzigen bleiben. Die Stimmung war nahezu am Boden, nicht nur bei der Mannschaft, sondern vor allem auch im Block. Dementsprechend gilt es die nächsten Wochen, den Spagat zwischen wichtiger Rückendeckung und zu geringer kritischen Haltung gegenüber der Mannschaftsleistung zu meistern. Einen nicht allzu bleibenden Eindruck hinterließ der Gästeanhang. Die etwa 3.000 mitgereisten Fans aus Karlsruhe konnten nur selten akustisch auf sich aufmerksam machen, eine leichte Aufbruchstimmung nach dem enorm wichtigen Auswärtssieg blieb aus. Einzig den Tifo-Einsatz im Gästeblock würden wir als gelungen bezeichnen. Wiederum nächsten Sonntag geht es für uns zum nächsten direkten Aufeinandertreffen mit einem Abstiegskandidaten nach Bochum. Bis dann!

SV Darmstadt 98 – SV Sandhausen

Am vergangenen Sonntag ging es für uns zum Sportverein aus Darmstadt. Ganz egal, wie das Spiel ausgehen sollte, die schlimmste Nachricht des Wochenendes erreichte uns bereits am Samstag. Gelbe Umschläge im Briefkasten bedeuten selten etwas Gutes und am härtesten trifft ein solcher die Gruppe und Fanszene, wenn er an den Capo adressiert ist. Besonders bitter, da der Vorwurf und das angebliche Vergehen absolut lächerlich sind. Damit nicht genug: Ebenso am Samstag wurde auch noch ein zweites Mitglied für ein ebenfalls angebliches Vergehen bei selbiger Partie vor über 1.5 Jahren (!) mit SV belegt. Ob trotz dieser Art und Weise weiterhin von einer erzieherischen Maßnahme gesprochen werden kann, ist stark anzuzweifeln. Dass wir das nicht einfach so hinnehmen werden, sollte klar sein. Für das anstehende Auswärtsspiel galt es allerdings zunächst, das Beste aus der beschissenen Situation zu machen. Während wir uns also vor den Einlasstoren von unseren Brüdern verabschiedeten, füllte sich der neue Gästeblock am Böllenfalltor recht ordentlich. Auch, wenn wir schön kompakt im nach dem Umbau verkleinerten Block standen, ist weiterhin Luft nach oben, was die Auswärtsfahrerzahlen angeht. Circa 450 Mann und Frau an einem Sonntag auf eine solch kurze Strecke sind ausbaufähig! Das Wort “Ausbaufähig“ beschreibt auch das Geschehen auf dem Rasen ganz gut. Weder unsere Mannschaft, noch die der Gastgeber schien allzu interessiert daran, den Führungstreffer in dieser Partie zu erzielen. Dieser gelang den Lilien kurz nach Wiederanpfiff dann doch, nicht ganz überraschend nach einem Eckball. Kurz danach flog der Torschütze vom Platz, sodass unsere Jungs noch eine halbe Stunde in Überzahl spielten. Geholfen hat dies allerdings ziemlich wenig und so mussten wir die dritte Niederlage in Folge hinnehmen. Während unser Auftritt im Gästeblock in der Anfangsphase zumindest als “ganz gut“ bezeichnet werden könnte, verschlechterte sich dieser mit zunehmender Spieldauer immer mehr, ehe in Durchgang zwei eigentlich gar nichts mehr ging. Somit haben wir aus der beschissenen Situation nicht gerade das Beste gemacht und in Kombination mit der teils grottenschlechten Mitmachquote im Gästeblock wurde es dann insgesamt doch ein rabenschwarzer Auftritt. Passend zum Spiel. Die Südtribüne Darmstadt rund um Ultra de Lis und Usual Suspects erwischte ebenso nur wenige lautstarke Momente, darüber hinaus gelang es nur nach dem Tor und in der Schlussphase, auch andere Bereiche des Böllenfalltor in den Support einzubeziehen. Das “Gefühl von eingeschlafenen Füßen“ aufgrund des unattraktiven Gegners konnte wohl nicht besiegt werden… Die enorme Bedeutung des Aufeinandertreffens mit dem KSC am kommenden Sonntag muss wohl nicht weiter beleuchtet werden. Deshalb sparen wir uns die Worte und sagen: Bis dann!

SV Sandhausen – 1. FC Heidenheim

Am vergangenen Freitag erwarteten wir den 1. FC Heidenheim im Hardtwald zum ersten Heimspiel des neuen Jahres. Nachdem die Fanatico Boys von der Ostalb wenige Tage vor dem Spiel auf der eigenen Homepage provokant zu einem gemeinsamen Treffpunkt in unserem Dorf und anschließendem Fanmarsch aufriefen, wurde die Begegnung kurzerhand noch zum Risikospiel eingestuft. Letztendlich war statt blau-rot nur schwarz-weiß am besagten Treffpunkt zu sehen. Irgendwie ein ganz schönes Eigentor der Heidenheimer. Sollte es sich bei dieser undurchsichtigen Idee eigentlich um einen Protest gehandelt haben (wie es später vom Capo im Gästeblock angedeutet wurde), hätte man sich durch die Provokation samt bewussten Falschinformationen jeglichen Kredit für eine von uns respektierte Aktion verspielt… Spannender wurde vor Anpfiff dann schon die Eröffnung des neuen Fanstandes zwischen Block A3 und A4. Dort wurden zur Einweihung unter anderem neue Seidenschals angeboten. Es geht voran. Weniger voran ging es leider auf dem Rasen, wo unsere Jungs in der 16. Minute den Führungstreffer der Heidenheimer hinnehmen mussten. Danach biss sich unsere Mannschaft über weite Teile die Zähne an der gegnerischen Verteidigung aus und vergab die wenigen herausgespielten Chancen. So setzte es nach 90 Minuten die zweite Heimpleite der Saison. Bis zum Gegentor können wir im A4 mit unserem Auftritt sehr zufrieden sein, danach gab’s noch ein paar gute Momente, aber mit zunehmender Spieldauer passte sich die Stimmung mehr dem Geschehen auf dem Rasen an. Ähnlich im Block neben uns, wo die Gäste über die komplette Dauer einen verhaltenen Sing-Sang verübten. Kommenden Sonntag geht‘s für uns zum nur etwa 60 Kilometer entfernten Auswärtsspiel nach Darmstadt. Aufraffen für unseren Sportverein! Bis dann.

1. FC Nürnberg – SV Sandhausen

Nachdem leider nur sehr wenige Personen aus der aktiven Fanszene den Weg zum ersten Spiel des Jahres nach Osnabrück am Mittwochabend auf sich nahmen, begann für die meisten das Jahr mit dem Auswärtsspiel in Nürnberg. Da müssen wir uns alle an der eigenen Nase packen. Dennoch war die Vorfreude auf das Spiel am Sonntag groß und unser Bus rollte mit ordentlicher Besatzung am Morgen in Richtung Franken. Den Gästeparkplatz am Messegelände erreichten wir frühzeitig und konnten so entspannt durch den Wald zum Max-Morlock-Stadion laufen. Dort läutete die Nordkurve Nürnberg den Heimspielauftakt mit einem Fahnen-Intro ein. Etwas weniger schwungvoll startete die Partie, dennoch gelang dem FCN der frühe Führungstreffer in der 11. Minute. Zwar übernahmen danach unsere Jungs das Handeln, wirklich gefährlich wurde es aber in Durchgang eins nicht mehr allzu oft. Dementsprechend pendelte sich auch unser Support im Gästeblock auf einem durchschaubaren Niveau ein. Sicherlich kein ganz schlechter Auftritt, aber da wurde viel Potential verschenkt. Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit kamen die Gastgeber ziemlich aus dem Nichts zum Torerfolg und bauten so die Führung gar aus. Danach sorgten die Nordkurve rund um die Ultras Nürnberg für einige lautstarke Momente, welche mit zunehmender Gewissheit des erst dritten Heimsieges in dieser Saison vor allem in der Schlussphase für eine gute Stimmung sorgten. Dabei hätten unsere Jungs zwischenzeitlich durchaus nochmal zurückkommen können. Allerdings wurden die Chancen leider liegen gelassen, allen voran der Elfmeter… Kein Kommentar. So blieb uns im Gästeblock gegen Ende der Partie nur noch übrig, uns selbst zu feiern und die Mannschaft nach Spielende aufzumuntern. Denn am Freitag erwartet uns im heimischen Hardtwaldstadion das Aufeinandertreffen mit dem 1. FC Heidenheim. Bis dann!

VFL Osnabrück – SV Sandhausen

Zum ersten Spiel unseres Sportvereins im neuen Jahrzehnt sollte es an einem Mittwoch zum VfL Osnabrück gehen. Die beschissene Terminierung und zusätzlich mindestens genauso beschissenen Straßenverhältnisse sorgten dafür, dass sich letztendlich nur eine sehr kleine Reisegruppe auf den Weg nach Niedersachen begab. Obwohl die Deutsche Bahn der geplanten Ankunft einen Strich durch die Rechnung machte, erreichten wir das Stadion an der Bremer Brücke weit vor Anpfiff. Trotz der geringen Manpower wurden wir vom Ordnungsdient anscheinend sehr ernst genommen, anders ist die überzogene Einlasskontrolle schwer zu erklären… Zusammen mit circa 30 weiteren Sandhäusern im Gästeblock sahen wir, wie die Gastgeber besser ins Spiel kamen und gingen in der achten Minute in Führung – denkste. Videobeweis: Abseits. Glück gehabt. Dennoch: Videobeweis abschaffen! In dieser Anfangsphase legten die Fans in der Ostkurve einen guten Auftritt hin, der mit zunehmender Spieldauer aber eher abflachte. Hinzu kamen der Platzverweis für den Osnabrücker Keeper und der anschließende Führungstreffer für unsere Jungs. Zwar kamen die Gastgeber direkt nach der Pause zum Ausgleich, doch letztendlich konnten wir nach zwei weiteren Treffern mit einem 1:3 Auswärtssieg die Heimreise antreten. Diesmal mit dem Bus, also keine DB-Ärgernisse mehr! Nachdem wir uns im Gästeblock kurz zuvor noch einen abfroren, waren wir froh wieder ins Warme zu kommen und die Augen schließen zu können. Gegen 4:00 Uhr erreichten wir wieder unser geliebtes Dorf, ehe gefühlt 20 Minuten später schon wieder der Wecker klingeln sollte.

SV Sandhausen – Holstein Kiel

Zum letzten Duell des erfolgreichen Jahres 2019 ging es zwei Tage vor Heiligabend gegen Holstein Kiel ran. Nach dem Punktgewinn gegen den HSV genau eine Woche zuvor war die Vorfreude auf diesen Jahresabschluss groß. Allerdings wohl nicht unbedingt bei jedem Sandhäuser/Sympathisant, sodass unser geliebtes Hardtwaldstadion mit nicht einmal 5.000 Zuschauern sehr trostlos daherkam. Nach den starken Auftritten in den letzten Heimspielen kann man sich auf sportlicher Ebene nur fragen, was die Mannschaft denn noch alles für weniger freie Sitzschalen tun muss. Ähnlich spärlich besucht war auch der Gästeblock, insgesamt traten etwa 150 Kieler die knapp 700 Kilometer lange Reise kurz vor den Feiertagen an. Dementsprechend war akustisch nur sehr wenig von den Störchen zu vernehmen. Dennoch dürfte früh im Spiel durchaus Partylaune im Gästeblock geherrscht habe, da der Vorjahressechste bereits in der elften Minute in Führung gehen konnte. Unsere Mannschaft ließ sich davon nicht groß beirren, glich in der 53. Minute aus, um wenige Sekunden später sogar in Führung zu gehen. Dem Tor von Halimi folgte Ekstase im Block A4 und der Ekstase folgte eine relativ gute Stimmung. Bis zu diesem Zeitpunkt war diese durchschnittlich, weder besonders gut noch schlecht. Zwischendurch wurde noch per Spruchband unsere Meinung zur Marketing-Aktion von BWT in unserem Stadion kundgetan und allen SVS Fans frohe Weihnachten gewünscht. Leider wäre der Sieg wohl ein zu schöner Abschluss des Jahres gewesen, sodass sich unsere Jungs etwa 20 Minuten später noch den Ausgleich fingen. Auch, wenn an diesem Sonntag letztendlich auch Dreier drin gewesen wäre, können wir mit dieser Leistung zufrieden sein und relativ beruhigt in die Winterpause starten. Dies ließen wir zunächst die Mannschaft nach Abpfiff spüren und später unsere Leber bei dem ein oder anderen Glühwein bis weit nach Spielende. Allen Sandhäusern erholsame Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Bis Ende Januar!

10 Jahre Blockade Interview

Vielen Stadionbesuchern wird beim letzten Spiel vor der Winterpause gegen Holstein Kiel etwas aufgefallen sein. Mittig vor dem Block A4 hang über die kompletten ersten 45 Minuten ein „10 Jahre DBS‘09“-Banner. Außerdem erblickte seit jenem Wochenende ein überdimensionales „10 Jahre Blockade“-Graffiti an der Umgehungsstraße Richtung Heidelberg das Licht der Welt. Grund genug für uns das Thema näher zu beleuchten, ist die Situation rund um die Blockade für viel Fans und Außenstehende doch sehr undurchsichtig. Das Interview mit einem Blockade-Mitglied führten wir bereits einen Tag nach dem Spiel noch vor Weihnachten und wurde vorab auf unserer Homepage www.szene1916.de veröffentlicht.

 

10 Jahre Blockade Sandhausen, wie schnell die Zeit doch vergeht. Erzähle uns doch mal von Anfang an was es sich mit dieser Gruppierung auf sich hat.

Die D-Blockade Sandhausen wurde im Jahr 2009 gegründet und verstand sich gerade zu Beginn als ultraorientierte Nachwuchsgruppe im Schatten der großen Hardtwaldfront. Aufgrund mehrerer Standortwechsel in unserem geliebten Hardtwaldstadion setzte sich schnell der Name „Blockade Sandhausen“ durch, die Abkürzung „DBS“ hielt sich jedoch bis heute.

 

Wie entwickelte sich die Gruppierung in den darauffolgenden Jahren?

Unsere damals noch tendenziell eher junge Gruppe musste sich der führenden Hardtwaldfront unterordnen, konnte sich jedoch nach wenigen Monaten einen gewissen Respekt verschaffen und war das Sammelbecken für den Nachwuchs innerhalb der Sandhäuser Fanszene. Immer wieder hatte unsere aktive Fanszene, sowohl die Hardtwaldfront, als auch die Blockade, immense Probleme mit dem Verein und der örtlichen Polizei. Es gab Jahre, bei denen wir die Spiele der ersten Manschaft boykottierten. Im Jahr 2010 eskalierte die Situation zwischen Fans, Verein und der Polizei. Nach einem Spiel unserer Amateure in Pforzheim kam es zu teils heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei, weshalb alle Beteiligten im Nachgang ein Hausverbot für unser heimisches Hardtwaldstadion erhielten.

 

Ein kurzer Einwand: Wie war das Verhältnis zur Hardtwaldfront, gerade zu dieser Zeit?

Sehr gut, ich würde das Verhältnis zur damaligen Zeit als freundschaftlich bezeichnen. Wir unterstützen im darauffolgenden Jahr gemeinsam die Basketball-Mannschaft, die Amateure oder versuchten über Wald und Wiese einen Blick ins Stadion werfen zu können.

 

Wie ging es anschließend weiter?

Nach dem Rücktritt des Sportlichen Leiters Tobias Gebert zum 31. Mai 2011 und dem Auslaufen unserer Hausverbote kehrten wir ins Stadion zurück. Zu dieser Zeit übernahmen wir als Blockade die Führung innerhalb der Fanszene. Die HF war aufgrund eines verpassten Generationenwechsel nur noch teilweise aktiv, weshalb wir auf uns allein gestellt waren. Nach anfänglicher Überforderung erlebte die Fanszene mit unserer Führung einen tollen Aufschwung. Eine konstante Auswärtsfahrerzahl, ein dauerhafter Support, regelmäßige optische Aktionen und das beliebte Fanzine „Stadionblättel“ zu jedem Heimspiel. Unsere Gruppe hatte auch zu dieser Zeit einen Kern von etwa 20 Mitgliedern, welcher mit unserem Förderkreis schnell auf über 30 anwachsen konnte.

 

Wie kam es dann dazu, dass die Blockade ab der Saison 2016/2017 immer wieder die Aktivitäten einstellte?

Nach etwa fünf Jahren Führungsarbeit holte uns, ähnlich wie es bei der HF der Fall war, die misslungene Nachwuchsarbeit ein. Unsere Mitglieder wurden älter, waren teilweise für längere Zeit im Ausland, gründeten eine Familie. Genau an diesem Punkt hätten wir unseren Förderkreis aktiv nutzen, junge Mitglieder binden und somit die Altersstruktur senken müssen. Das haben wir verpasst. Arroganz, Sturheit, vielleicht auch ein bisschen Naivität. Gepaart mit einer Sandhäuser Fanszene, die uns kaum unterstützte, Auswärtsspiele häufig links liegen ließ, war dies der Tiefpunkt der DBS. Immer wieder hatten wir den Mut verloren, bäumten uns wieder auf, hatten den Mut verloren und bäumten uns wieder auf. Daher auch die im Nachhinein durchaus belustigenden Stellungnahmen, ein Auf und Ab. Gerade zu dieser Zeit wurde auch nicht mehr regelmäßig supportet. Unsere Interessen verschoben sich bei vielen Begegnungen auf die sogenannte „3. Halbzeit“. Bei gefühlt jedem Heimspiel versuchten wir nach dem Spiel Richtung Gästeparkplatz zu gelangen, total verrückt, wenn man bedenkt, wer uns da teilweise gegenüberstand. Aber wie oben erwähnt, wir waren eben schon immer ein chaotischer, manchmal arroganter Haufen, einfach eine verrückte Meute.

 

Kam es zu dieser Zeit nicht auch zu einer größeren Auseinandersetzung mit unserem Blau-weißen Nachbarn aus dem Kraichgau?

Ja, das stimmt. Dieses Ereignis beschreibt die eben erwähnte Interessensverschiebung sehr gut. Auf mehrere, unschöne und unnötige Schmierereien von „TSG-Fans“ antworteten wir ziemlich spontan mit einem Besuch in Sinsheim. An einem Spieltag der TSG entschieden wir uns mit 25 Unverbesserlichen in die Nähe der Arena zu fahren. Dort meldeten wir uns bei den uns bekannten Personen, welche nach mehreren Stunden in Überzahl und bewaffnet aufkreuzten. Das hat Ihnen jedoch auch nicht geholfen…

 

Welche Freundschaften gab es in diesen 10 Jahren?

In den ersten Jahren pflegten wir die bereits existierende Freundschaft zur Crew Eleven Aalen. Nachdem unsere Gruppe einen deutlichen Mitgliederwachstum erfuhr, schlief die Freundschaft etwas ein. Viele Mitglieder konnten mit den Jungs von der Ostalb nicht allzu viel anfangen, weshalb wir entschieden, diese Freundschaft nicht weiter zu pflegen. Dies beruhte auf Gegenseitigkeit, soll aber nicht bedeuten, dass hier Streitigkeiten vorausgingen. Außerdem gibt es bis heute einzelne Kontakte zu verschiedenen Fanszenen, eine Fanfreundschaft pflegen wir als Gruppe jedoch nicht. Manche Mitglieder pflegen die Kontakte zur Schwarzen Elite Aalen und nach Elversberg mit.

 

Gab es hier nicht auch eine Politik-Diskussion innerhalb der DBS zum Thema Aalen?

Wir wurden aufgrund der Kontakte nach Aalen häufig in die rechte Schublade gesteckt, was uns überhaupt nicht gefiel. Ja, das war auch ein Grund, warum die Freundschaft einschlief und nicht wieder zum Leben erweckt wurde. Unsere Gruppe war und ist antirassistisch und toleriert keine Nazis. Wir haben und hatten Mitglieder mit Migrationshintergrund und sind selbst in unsrem Stadion schon immer konsequent gegen rechte Äußerungen vorgegangen.

 

Beschreibe uns doch bitte zum Abschluss die aktuelle Situation der DBS und den Begriff „Total Kaos“?

Zunächst einmal sei gesagt: Die Blockade existiert. Sie existiert aber nicht mehr in dem Ausmaß von früheren Zeiten. Die Führung in der Sandhäuser Fanszene haben wir an die Gruppierung „Szene 1916“ abgegeben. In dieser Organisation sind jedoch eine Handvoll Blockade Mitglieder engagiert

 

Nochmal ein kurzer Einwand: Das heißt hinter der Szene 1916 stecken auch Blockade-Mitglieder?

Naja, teilweise schon. Zehn weitere Personen sind weiterhin Blockade-Mitglied, besuchen die Heimspiele und fahren teilweise auch zu den Auswärtsspielen des SVS. Bezeichnen sich selbst jedoch nicht mehr als „Aktive Ultras“ und sind teilweise körperlichen Auseinandersetzungen nicht abgeneigt. Sie fahren zwar häufig gemeinsam mit der Szene zu den Spielen, sind aber nicht im Dachverband organisiert. Weitere zehn Personen sind mittlerweile im Sitzplatzbereich des Stadions zu finden und haben sich vom aktiven Fandasein verabschiedet. Man sieht also: Die etwa 25 Mitglieder existieren weiterhin, sind jedoch nicht mehr gemeinsam organsiert. Unser Banner „Total Kaos Blockade“ beschreibt eben genau diese verrückte Konstellation und findet in der Regel bei jedem Spiel des SVS den Weg an den Zaun, weil immer Blockade-Mitglieder anwesend sind.

 

Vielen Dank für die interessanten Einblicke und auch hier nochmal: Alles Gute zu 10 Jahren Total Kaos – Blockade Sandhausen!

Vielen Dank!

 

SV Sandhausen-Hamburger SV

Mit dem Hamburger Sportverein erwarteten wir am Sonntag gleich den dritten Aufstiegsaspirant innerhalb der letzten vier Spiele. Nach den überaus zufriedenstellenden Ergebnissen gegen den VfB und Arminia Bielefeld starteten wir mit einer ordentlichen Portion Optimismus in den Tag. Den ersten kleinen Aufreger gab’s allerdings schon direkt nach Betreten des Stadions. Unser geliebter Sponsor BWT überlegte sich nämlich im Vorfeld eine ganz tolle Marketingkampagne und verteilte zum Heimspiel gegen den HSV Wintermützen im Stadion. Diese hätten farblich allerdings eher als richtiger Party-Kracher zur Après-Ski-Party in Tirol gepasst. Unsere Farben sind schwarz und weiß und auf keinen Fall für irgendwelche Marketing-Aktionen zu vernachlässigen! Von dort aus sahen wir eine von Anfang an umkämpfte Partie, in der die Gäste aus der Hansestadt mit zunehmender Spieldauer immer mehr Druck aufbauten. Kurz vor der Pause konnten unsere Jungs den Spielverlauf aber auf den Kopf stellen und nach einer Ecke in Führung gehen. Im Laufe der zweiten Halbzeit schien der nächste Heimsieg zum Greifen nah, ehe der HSV eine Viertelstunde vor Schluss doch noch ausgleichen konnte. Ab diesem Zeitpunkt zeigten die mitgereisten Gäste auch auf den Rängen mal ihr Potential und erreichten eine hohe Lautstärke. In den 75 Minuten zuvor kam allerdings extrem wenig an und der Auftritt unterschied sich nicht wirklich von dem eines Vereins, der mit ~700-1.200 Gästefans an den Hardtwald reist. Mit unserer eigenen Leistung auf den Rängen können wir endlich mal wieder einigermaßen zufrieden sein. Zwar war auch am Sonntag in genug Situationen Luft nach oben, aber insgesamt war eine deutliche Steigerung zu den Vorwochen zu vernehmen. Bereits am Sonntag kommt es zum nächsten Heimspiel gegen Holstein Kiel. Unsere Chance, die überwiegend sehr positive Hinrunde zu vergolden. Bis dann!

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