VFL Osnabrück – SV Sandhausen

Zum ersten Spiel unseres Sportvereins im neuen Jahrzehnt sollte es an einem Mittwoch zum VfL Osnabrück gehen. Die beschissene Terminierung und zusätzlich mindestens genauso beschissenen Straßenverhältnisse sorgten dafür, dass sich letztendlich nur eine sehr kleine Reisegruppe auf den Weg nach Niedersachen begab. Obwohl die Deutsche Bahn der geplanten Ankunft einen Strich durch die Rechnung machte, erreichten wir das Stadion an der Bremer Brücke weit vor Anpfiff. Trotz der geringen Manpower wurden wir vom Ordnungsdient anscheinend sehr ernst genommen, anders ist die überzogene Einlasskontrolle schwer zu erklären… Zusammen mit circa 30 weiteren Sandhäusern im Gästeblock sahen wir, wie die Gastgeber besser ins Spiel kamen und gingen in der achten Minute in Führung – denkste. Videobeweis: Abseits. Glück gehabt. Dennoch: Videobeweis abschaffen! In dieser Anfangsphase legten die Fans in der Ostkurve einen guten Auftritt hin, der mit zunehmender Spieldauer aber eher abflachte. Hinzu kamen der Platzverweis für den Osnabrücker Keeper und der anschließende Führungstreffer für unsere Jungs. Zwar kamen die Gastgeber direkt nach der Pause zum Ausgleich, doch letztendlich konnten wir nach zwei weiteren Treffern mit einem 1:3 Auswärtssieg die Heimreise antreten. Diesmal mit dem Bus, also keine DB-Ärgernisse mehr! Nachdem wir uns im Gästeblock kurz zuvor noch einen abfroren, waren wir froh wieder ins Warme zu kommen und die Augen schließen zu können. Gegen 4:00 Uhr erreichten wir wieder unser geliebtes Dorf, ehe gefühlt 20 Minuten später schon wieder der Wecker klingeln sollte.

SV Sandhausen – Holstein Kiel

Zum letzten Duell des erfolgreichen Jahres 2019 ging es zwei Tage vor Heiligabend gegen Holstein Kiel ran. Nach dem Punktgewinn gegen den HSV genau eine Woche zuvor war die Vorfreude auf diesen Jahresabschluss groß. Allerdings wohl nicht unbedingt bei jedem Sandhäuser/Sympathisant, sodass unser geliebtes Hardtwaldstadion mit nicht einmal 5.000 Zuschauern sehr trostlos daherkam. Nach den starken Auftritten in den letzten Heimspielen kann man sich auf sportlicher Ebene nur fragen, was die Mannschaft denn noch alles für weniger freie Sitzschalen tun muss. Ähnlich spärlich besucht war auch der Gästeblock, insgesamt traten etwa 150 Kieler die knapp 700 Kilometer lange Reise kurz vor den Feiertagen an. Dementsprechend war akustisch nur sehr wenig von den Störchen zu vernehmen. Dennoch dürfte früh im Spiel durchaus Partylaune im Gästeblock geherrscht habe, da der Vorjahressechste bereits in der elften Minute in Führung gehen konnte. Unsere Mannschaft ließ sich davon nicht groß beirren, glich in der 53. Minute aus, um wenige Sekunden später sogar in Führung zu gehen. Dem Tor von Halimi folgte Ekstase im Block A4 und der Ekstase folgte eine relativ gute Stimmung. Bis zu diesem Zeitpunkt war diese durchschnittlich, weder besonders gut noch schlecht. Zwischendurch wurde noch per Spruchband unsere Meinung zur Marketing-Aktion von BWT in unserem Stadion kundgetan und allen SVS Fans frohe Weihnachten gewünscht. Leider wäre der Sieg wohl ein zu schöner Abschluss des Jahres gewesen, sodass sich unsere Jungs etwa 20 Minuten später noch den Ausgleich fingen. Auch, wenn an diesem Sonntag letztendlich auch Dreier drin gewesen wäre, können wir mit dieser Leistung zufrieden sein und relativ beruhigt in die Winterpause starten. Dies ließen wir zunächst die Mannschaft nach Abpfiff spüren und später unsere Leber bei dem ein oder anderen Glühwein bis weit nach Spielende. Allen Sandhäusern erholsame Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Bis Ende Januar!

10 Jahre Blockade Interview

Vielen Stadionbesuchern wird beim letzten Spiel vor der Winterpause gegen Holstein Kiel etwas aufgefallen sein. Mittig vor dem Block A4 hang über die kompletten ersten 45 Minuten ein „10 Jahre DBS‘09“-Banner. Außerdem erblickte seit jenem Wochenende ein überdimensionales „10 Jahre Blockade“-Graffiti an der Umgehungsstraße Richtung Heidelberg das Licht der Welt. Grund genug für uns das Thema näher zu beleuchten, ist die Situation rund um die Blockade für viel Fans und Außenstehende doch sehr undurchsichtig. Das Interview mit einem Blockade-Mitglied führten wir bereits einen Tag nach dem Spiel noch vor Weihnachten und wurde vorab auf unserer Homepage www.szene1916.de veröffentlicht.

 

10 Jahre Blockade Sandhausen, wie schnell die Zeit doch vergeht. Erzähle uns doch mal von Anfang an was es sich mit dieser Gruppierung auf sich hat.

Die D-Blockade Sandhausen wurde im Jahr 2009 gegründet und verstand sich gerade zu Beginn als ultraorientierte Nachwuchsgruppe im Schatten der großen Hardtwaldfront. Aufgrund mehrerer Standortwechsel in unserem geliebten Hardtwaldstadion setzte sich schnell der Name „Blockade Sandhausen“ durch, die Abkürzung „DBS“ hielt sich jedoch bis heute.

 

Wie entwickelte sich die Gruppierung in den darauffolgenden Jahren?

Unsere damals noch tendenziell eher junge Gruppe musste sich der führenden Hardtwaldfront unterordnen, konnte sich jedoch nach wenigen Monaten einen gewissen Respekt verschaffen und war das Sammelbecken für den Nachwuchs innerhalb der Sandhäuser Fanszene. Immer wieder hatte unsere aktive Fanszene, sowohl die Hardtwaldfront, als auch die Blockade, immense Probleme mit dem Verein und der örtlichen Polizei. Es gab Jahre, bei denen wir die Spiele der ersten Manschaft boykottierten. Im Jahr 2010 eskalierte die Situation zwischen Fans, Verein und der Polizei. Nach einem Spiel unserer Amateure in Pforzheim kam es zu teils heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei, weshalb alle Beteiligten im Nachgang ein Hausverbot für unser heimisches Hardtwaldstadion erhielten.

 

Ein kurzer Einwand: Wie war das Verhältnis zur Hardtwaldfront, gerade zu dieser Zeit?

Sehr gut, ich würde das Verhältnis zur damaligen Zeit als freundschaftlich bezeichnen. Wir unterstützen im darauffolgenden Jahr gemeinsam die Basketball-Mannschaft, die Amateure oder versuchten über Wald und Wiese einen Blick ins Stadion werfen zu können.

 

Wie ging es anschließend weiter?

Nach dem Rücktritt des Sportlichen Leiters Tobias Gebert zum 31. Mai 2011 und dem Auslaufen unserer Hausverbote kehrten wir ins Stadion zurück. Zu dieser Zeit übernahmen wir als Blockade die Führung innerhalb der Fanszene. Die HF war aufgrund eines verpassten Generationenwechsel nur noch teilweise aktiv, weshalb wir auf uns allein gestellt waren. Nach anfänglicher Überforderung erlebte die Fanszene mit unserer Führung einen tollen Aufschwung. Eine konstante Auswärtsfahrerzahl, ein dauerhafter Support, regelmäßige optische Aktionen und das beliebte Fanzine „Stadionblättel“ zu jedem Heimspiel. Unsere Gruppe hatte auch zu dieser Zeit einen Kern von etwa 20 Mitgliedern, welcher mit unserem Förderkreis schnell auf über 30 anwachsen konnte.

 

Wie kam es dann dazu, dass die Blockade ab der Saison 2016/2017 immer wieder die Aktivitäten einstellte?

Nach etwa fünf Jahren Führungsarbeit holte uns, ähnlich wie es bei der HF der Fall war, die misslungene Nachwuchsarbeit ein. Unsere Mitglieder wurden älter, waren teilweise für längere Zeit im Ausland, gründeten eine Familie. Genau an diesem Punkt hätten wir unseren Förderkreis aktiv nutzen, junge Mitglieder binden und somit die Altersstruktur senken müssen. Das haben wir verpasst. Arroganz, Sturheit, vielleicht auch ein bisschen Naivität. Gepaart mit einer Sandhäuser Fanszene, die uns kaum unterstützte, Auswärtsspiele häufig links liegen ließ, war dies der Tiefpunkt der DBS. Immer wieder hatten wir den Mut verloren, bäumten uns wieder auf, hatten den Mut verloren und bäumten uns wieder auf. Daher auch die im Nachhinein durchaus belustigenden Stellungnahmen, ein Auf und Ab. Gerade zu dieser Zeit wurde auch nicht mehr regelmäßig supportet. Unsere Interessen verschoben sich bei vielen Begegnungen auf die sogenannte „3. Halbzeit“. Bei gefühlt jedem Heimspiel versuchten wir nach dem Spiel Richtung Gästeparkplatz zu gelangen, total verrückt, wenn man bedenkt, wer uns da teilweise gegenüberstand. Aber wie oben erwähnt, wir waren eben schon immer ein chaotischer, manchmal arroganter Haufen, einfach eine verrückte Meute.

 

Kam es zu dieser Zeit nicht auch zu einer größeren Auseinandersetzung mit unserem Blau-weißen Nachbarn aus dem Kraichgau?

Ja, das stimmt. Dieses Ereignis beschreibt die eben erwähnte Interessensverschiebung sehr gut. Auf mehrere, unschöne und unnötige Schmierereien von „TSG-Fans“ antworteten wir ziemlich spontan mit einem Besuch in Sinsheim. An einem Spieltag der TSG entschieden wir uns mit 25 Unverbesserlichen in die Nähe der Arena zu fahren. Dort meldeten wir uns bei den uns bekannten Personen, welche nach mehreren Stunden in Überzahl und bewaffnet aufkreuzten. Das hat Ihnen jedoch auch nicht geholfen…

 

Welche Freundschaften gab es in diesen 10 Jahren?

In den ersten Jahren pflegten wir die bereits existierende Freundschaft zur Crew Eleven Aalen. Nachdem unsere Gruppe einen deutlichen Mitgliederwachstum erfuhr, schlief die Freundschaft etwas ein. Viele Mitglieder konnten mit den Jungs von der Ostalb nicht allzu viel anfangen, weshalb wir entschieden, diese Freundschaft nicht weiter zu pflegen. Dies beruhte auf Gegenseitigkeit, soll aber nicht bedeuten, dass hier Streitigkeiten vorausgingen. Außerdem gibt es bis heute einzelne Kontakte zu verschiedenen Fanszenen, eine Fanfreundschaft pflegen wir als Gruppe jedoch nicht. Manche Mitglieder pflegen die Kontakte zur Schwarzen Elite Aalen und nach Elversberg mit.

 

Gab es hier nicht auch eine Politik-Diskussion innerhalb der DBS zum Thema Aalen?

Wir wurden aufgrund der Kontakte nach Aalen häufig in die rechte Schublade gesteckt, was uns überhaupt nicht gefiel. Ja, das war auch ein Grund, warum die Freundschaft einschlief und nicht wieder zum Leben erweckt wurde. Unsere Gruppe war und ist antirassistisch und toleriert keine Nazis. Wir haben und hatten Mitglieder mit Migrationshintergrund und sind selbst in unsrem Stadion schon immer konsequent gegen rechte Äußerungen vorgegangen.

 

Beschreibe uns doch bitte zum Abschluss die aktuelle Situation der DBS und den Begriff „Total Kaos“?

Zunächst einmal sei gesagt: Die Blockade existiert. Sie existiert aber nicht mehr in dem Ausmaß von früheren Zeiten. Die Führung in der Sandhäuser Fanszene haben wir an die Gruppierung „Szene 1916“ abgegeben. In dieser Organisation sind jedoch eine Handvoll Blockade Mitglieder engagiert

 

Nochmal ein kurzer Einwand: Das heißt hinter der Szene 1916 stecken auch Blockade-Mitglieder?

Naja, teilweise schon. Zehn weitere Personen sind weiterhin Blockade-Mitglied, besuchen die Heimspiele und fahren teilweise auch zu den Auswärtsspielen des SVS. Bezeichnen sich selbst jedoch nicht mehr als „Aktive Ultras“ und sind teilweise körperlichen Auseinandersetzungen nicht abgeneigt. Sie fahren zwar häufig gemeinsam mit der Szene zu den Spielen, sind aber nicht im Dachverband organisiert. Weitere zehn Personen sind mittlerweile im Sitzplatzbereich des Stadions zu finden und haben sich vom aktiven Fandasein verabschiedet. Man sieht also: Die etwa 25 Mitglieder existieren weiterhin, sind jedoch nicht mehr gemeinsam organsiert. Unser Banner „Total Kaos Blockade“ beschreibt eben genau diese verrückte Konstellation und findet in der Regel bei jedem Spiel des SVS den Weg an den Zaun, weil immer Blockade-Mitglieder anwesend sind.

 

Vielen Dank für die interessanten Einblicke und auch hier nochmal: Alles Gute zu 10 Jahren Total Kaos – Blockade Sandhausen!

Vielen Dank!

 

SV Sandhausen-Hamburger SV

Mit dem Hamburger Sportverein erwarteten wir am Sonntag gleich den dritten Aufstiegsaspirant innerhalb der letzten vier Spiele. Nach den überaus zufriedenstellenden Ergebnissen gegen den VfB und Arminia Bielefeld starteten wir mit einer ordentlichen Portion Optimismus in den Tag. Den ersten kleinen Aufreger gab’s allerdings schon direkt nach Betreten des Stadions. Unser geliebter Sponsor BWT überlegte sich nämlich im Vorfeld eine ganz tolle Marketingkampagne und verteilte zum Heimspiel gegen den HSV Wintermützen im Stadion. Diese hätten farblich allerdings eher als richtiger Party-Kracher zur Après-Ski-Party in Tirol gepasst. Unsere Farben sind schwarz und weiß und auf keinen Fall für irgendwelche Marketing-Aktionen zu vernachlässigen! Von dort aus sahen wir eine von Anfang an umkämpfte Partie, in der die Gäste aus der Hansestadt mit zunehmender Spieldauer immer mehr Druck aufbauten. Kurz vor der Pause konnten unsere Jungs den Spielverlauf aber auf den Kopf stellen und nach einer Ecke in Führung gehen. Im Laufe der zweiten Halbzeit schien der nächste Heimsieg zum Greifen nah, ehe der HSV eine Viertelstunde vor Schluss doch noch ausgleichen konnte. Ab diesem Zeitpunkt zeigten die mitgereisten Gäste auch auf den Rängen mal ihr Potential und erreichten eine hohe Lautstärke. In den 75 Minuten zuvor kam allerdings extrem wenig an und der Auftritt unterschied sich nicht wirklich von dem eines Vereins, der mit ~700-1.200 Gästefans an den Hardtwald reist. Mit unserer eigenen Leistung auf den Rängen können wir endlich mal wieder einigermaßen zufrieden sein. Zwar war auch am Sonntag in genug Situationen Luft nach oben, aber insgesamt war eine deutliche Steigerung zu den Vorwochen zu vernehmen. Bereits am Sonntag kommt es zum nächsten Heimspiel gegen Holstein Kiel. Unsere Chance, die überwiegend sehr positive Hinrunde zu vergolden. Bis dann!

SG Dynamo Dresden-SV Sandhausen

Nach dem genialen Heimsieg gegen Stuttgart ging es für uns genau eine Woche später zum Tabellenschlusslicht nach Dresden. Leider konnten sich nur wenige Fans durch den Sieg begeistern lassen, unsere Jungs auch in Sachsen zu unterstützen. Somit machten sich schließlich etwa 70 Fans auf den Weg in den Osten. Hier ist auf jeden Fall noch viel Luft nach oben. Die Hinfahrt mit dem Bus verlief reibungslos und so kamen wir schon sehr früh in Dresden an. Bei ziemlich frischen Temperaturen durften wir im Stadion noch circa 1,5 Stunden auf den Spielbeginn warten. Durch das Spiel sollte es uns jedoch sehr schnell wieder warm werden: Nach einem hektischen Hin und Her in der Anfangsphase konnte Dynamo Dresden bereits nach fünf Minuten in Führung gehen. Jedoch ließen sich unsere Jungs davon nicht beeindrucken und drängten danach umso mehr auf den Ausgleich. Es entwickelte sich eine Sandhäuser Druckphase und der Ausgleich schien in der Luft zu liegen. Trotz eines verschossenen Elfmeters durch gelang uns in der 30. Spielminute schließlich der Ausgleichstreffer. In der zweiten Halbzeit verflachte das Spiel ein wenig und somit blieb es beim 1:1 Unentschieden. Hiermit können wir jedenfalls besser Leben als die Dresdener. Die aktive Fanszene rund um Ultras Dynamo im K-Block konnte trotz des miserablen Tabellenplatzes, wie bei so gut wie jedem unserer bisherigen Besuche in Sachsens Landeshauptstadt, überzeugen. Wir wiederum konnten aufgrund der geringen Anzahl an Auswärtsfahrern nicht wirklich auf uns aufmerksam machen. Die Rückfahrt wurde durch diverse Meinungsverschiedenheiten mit dem Busfahrer geprägt. Trotz allem kamen wir zwar hungrig, jedoch unversehrt in Sandhausen wieder an. Am Sonntag steht nun schon das zweite Topspiel innerhalb von 2 Wochen an. Diesmal geht es gegen den HSV. Bis dann! 

SV Sandhausen-VFB Stuttgart

Nach dem Punktgewinn in Bielefeld erwarteten wir am Sonntag den VfB Stuttgart zum Heimspiel am Hardtwald. Ohne irgendetwas hypen zu wollen, aber einem Baden-Württemberg-Duell mit dem Fünften der ewigen Bundesligatabelle fiebert man dann doch etwas mehr entgegen, als “gewöhnlichen“ Duellen in der zweiten Liga. Somit war die Vorfreude groß und trotz der Außenseiterrolle war durchaus Hoffnung auf etwas Zählbares zu verspüren. Zum dritten Mal verteilten wir gegen freiwillige Spende vor dem Spiel das Hopfeblatt, das trotz bereits stark erhöhter Auflage im Vergleich zum letzten Spiel, lang vor Spielbeginn komplett vergriffen war. Die zweite erfreuliche Nachricht des Tages sollte fast direkt nach Anpfiff der Partie folgen: Führungstor für uns noch in der ersten Minute. Geil! Wo Licht ist, ist manchmal auch Schatten und wo ein exzessiver Torjubel ist, reißt leider auch manchmal die Trommel. Der Zeitpunkt hierfür war nach gerade mal knapp zwei Minuten denkbar beschissen. Nach ein paar Minuten war zwar eine Notlösung parat, das Wort “Notlösung“ ist hier aber leider Programm. Trotz des frühen Rückstandes konnten sich die etwa 6500 Schwaben Gehör verschaffen. Bereits etwas mehr als 20 Minuten später sollte aber der zweite Rückschlag für den Derbysieger der letzten Woche folgen: Das 2:0, wieder durch Bouhaddouz. “Unfassbar“ wäre vielleicht etwas übertrieben, aber ein bisschen ungläubig waren wir schon. Ein paar Minuten der Partylaune in A4 und A3 folgten, insgesamt war unsere Stimmung aber dennoch ziemlich verhalten. Das zog sich leider den Rest des Spiels so durch, so richtig in den Eskalationsmodus konnten wir nie umschalten. Etwas schade und gleichermaßen etwas unverständlich. Da müssen wir in den nächsten Spielen an uns arbeiten. Etwas verständlicher war die gedämpfte Stimmung im Gästeblock, die zumindest bis zum Anschlusstreffer vorherrschte. Da dieser aber erst in der 89. Minute fiel, ist der Auftritt der Gästefans sehr schwer zu bewerten. Alles in allem war aber auch in Druckphasen und nach guten Torchancen der Schwaben nicht allzu viel zu hören. Letztendlich konnten wir nach 90+5 Minuten etwas glücklich, aber sicherlich nicht unverdient den Sieg im Baden-Württemberg-Duell mit dem VfB bejubeln! Dass dieses Spiel dennoch kein Derby ist/war, sollte der ein oder andere Sandhäuser (leider inklusive dem Stadionsprecher) noch lernen. Völlig zurecht ließen sich die Jungs nach Abpfiff feiern. So ein bisschen sind wir momentan schon die Mannschaft der Stunde und daher können wir zuversichtlich am Sonntag nach Dresden reisen. Bis dann!

Arminia Bielefeld-SV Sandhausen

Am Samstag ging es für unseren Sportverein zum (überraschenderweise) Erstplatzierten der zweiten Bundesliga, Arminia Bielefeld. Bereits sehr früh am Morgen machten wir uns mit einem Bus auf den Weg auf die Alm. Die Stimmung im Bus war ausgelassen und die meisten waren trotz der starken Form des Gegners zuversichtlich, dass wir in Bielefeld punkten könnten. Trotz eines kleinen – relativ lustigen – Zwischenfalls auf der Hinfahrt, der uns viel Zeit kostete, kamen wir rechtzeitig in Bielefeld an. Zur Freude der etwa 60 mitgereisten Sandhäuser kam unsere Mannschaft gut in die Partie hinein und wir hatten schon nach sieben Minuten die Chance, durch einen Elfmeter in Führung zu gehen. Dieser wurde jedoch verschossen und so kam es kurze Zeit später so, wie es kommen musste – Führungstreffer der Arminia. Trotz allem ließen unsere Jungs den Kopf nicht hängen und spielten nach dem Rückstand munter weiter, sodass wir kurz darauf den Ausgleichstreffer erzielen konnten. In der zweiten Halbzeit passierte nicht mehr viel. So endete das Spiel leistungsgerecht 1:1 unentschieden. Auf den Rängen konnten wir zwar nicht unbedingt akustisch, aber immerhin mit durchgehendem Fahneneinsatz auf uns aufmerksam machen. Die Bielefelder Fanszene konnte sich zu vergangenen Auftritten gegen uns nochmals akustisch verbessern, was sicherlich auch mit dem aktuellen Tabellenplatz in Verbindung steht. Zufrieden mit dem Ergebnis und voller Vorfreude auf unser nächstes Heimspiel gegen den VfB Stuttgart fuhren wir wieder zurück nach Sandhausen. Bis Sonntag!

SV Sandhausen-SpVgg Greuther Fürth

Nach dem Punktgewinn in Hannover war am Samstag die Spielvereinigung aus
Fürth zu Gast am Hardtwald. Bekamen wir vor knapp zwei Wochen im letzten
Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden noch sehr schwere Kost geboten,
war die Hoffnung auf einen besseren Auftritt unserer Mannschaft groß. Diese
Hoffnung sollte allerdings bereits in der 13. Minute einen ordentlichen Dämpfer
erfahren, als die Franken durchaus verdient in Führung gehen konnten. Immerhin
gelang uns in der Nachspielzeit des ersten Durchganges noch der Ausgleich.
Bis zu diesem Zeitpunkt erwischten die etwa 450 Fürther im Gästeblock in der ersten Halbzeit einen ihrer bisher besten Auftritte bei uns. Trotz des erneuten Führungstreffers
konnten die Gäste um Horidos und Co. nicht mehr an die Leistung der ersten
Halbzeit anknüpfen. Wenig später konnten wir allerdings auch schon wieder
ausgleichen und es entwickelte sich ein sehr umkämpftes Spiel. Sicherlich
erwischten wir auf den Rängen bei Weitem keinen guten Auftritt. Spätestens nach
dem erneuten Ausgleich sollte der Funke etwas überspringen. Letztendlich
erfolgreich, da unsere Jungs in der 93. Minute zum Siegtreffer einnetzen konnten
und unseren Block in Ekstase versetzten. Völlig zurecht feierten wir die
Mannschaft aufgrund der genialen Moral, trotz zweimaligen Rückstandes noch so zurückzukommen. Mit dieser Euphorie können wir am Samstag durchaus mit
Hoffnung auf eine erfolgreiche Partie nach Bielefeld fahren. Bis dann!
DSC Arminia Bielefeld e. V. – SV Sandhausen 1916 e. V.

Hannover 96-SV Sandhausen

Bereits vier Tage nach dem Montagsspiel gegen Wehen Wiesbaden stand für uns die Fahrt zum Bundesligaabsteiger aus Hannover auf dem Programm. Nach dem extrem ernüchternden Kick gegen die Hessen blieb also nicht allzu viel Zeit der Erholung. Dennoch machten wir uns mit einem Bus am Vormittag auf den Weg nach Hannover. Ohne Probleme erreichten wir das verregnete Niedersachsen frühzeitig und positionierten uns in den unteren Reihen des Gästeblocks. Dass dieser nicht allzu beliebt bei Gästefans ist, ist wohl lange kein Geheimnis in Fußballdeutschland mehr. Dennoch versuchte sich unser kleiner Haufen zumindest etwas bemerkbar zu machen. Mittels durchgehenden Fahneneinsatzes dürfte dies zumindest optisch gelungen sein. Akustisch hatten wir es dann doch ziemlich schwer, obwohl die Gegenseite im spärlich besuchten Niedersachsenstadion bei weitem nicht überzeugen konnte. Auf dem Platz schienen die Hausherren endlich den ersten Heimsieg der Saison einfahren zu wollen. Eine starke Anfangsphase resultierte in einem frühen Treffer und weiteren guten Chancen. Nach dieser Anfangsphase kamen unsere Jungs aber immer besser ins Spiel und konnten nach etwas mehr als einer Stunde völlig verdient ausgleichen. Am Ende wäre sogar mehr als das 1:1 drin gewesen. Insgesamt können wir mit dem Auswärtspunkt aber völlig zufrieden sein, der geforderte Aufwärtstrend war in vielen Aktionen zu erkennen. Nach dem Spiel kam es vor dem Bus noch zu einem kurzen Kennenlernen mit ein paar Hannoveranern, die sich in der eigenen Fanszene wohl gerne etwas beweisen würden… Die eher peinliche Angelegenheit wurde dann aber doch relativ schnell geregelt und die übermotivierte Staatsmacht erledigte den Rest. Mit Hannover werden wir wohl nie grün. Grün wird es wohl hingegen am kommenden Samstag im Gästeblock werden, wenn wir die Spielvereinigung aus Fürth empfangen. Bis dann!

Sv Sandhausen-SV Wehen Wiesbaden

Zum dritten Montagsspiel unserer Zweitligageschichte kam es zum Aufeinandertreffen mit dem SV Wehen Wiesbaden. Da hat sich die DFL ja ein richtiges Topspiel herausgesucht, wobei die Ansetzung wohl eher an der Nichtteilnahme beider Vereine an der 2. Pokal Runde gelegen haben dürfte. Wenige Tage vor der Partie wurden wir von der Fanszene der Hessen kontaktiert, ob wir etwas gegen Montagsspiele geplant hätten. Letztendlich verständigten wir uns gemeinsam mit der ultraorientierten Gruppe Supremus Dilectio auf ein gemeinsames Banner über beide Fanblöcke (wohl der erste Vorteil, den unsere beschissene Stadionplanung mit sich brachte) und einen gemeinsamen Stimmungsboykott für 19:16, beziehungsweise 19:26 Minuten. So überreichten wir den Gästefans eine knappe Stunde vor Spielbeginn ihre Hälfte des Banners, auf dem „Erkenne deinen wahren Feind – scheiss Montagsspiele“ zu lesen war. Im Voraus wurde abgestimmt, dass wir das „W“ in „wahren“ durch das aktuelle Logo der Hessen austauschen werden. Trotz der Absprache wurde dies erst nicht angenommen. Nach einiger Diskussion innerhalb der Wiesbadener Fanszene, wollte man dann das alte Vereinswappen. Gastfreundlich wie wir sind, sprühten wir letztendlich kurz vor Spielbeginn ein neues „w“ im traditionellen Wappen des ach so traditionsbewussten SV Wehen Wiesbaden. Naja… Ebenso Rennerei vor Spielbeginn, aber diesmal im positiven Sinne, bescherte unser neues Spieltagsheft „Hopfeblatt“, das am Montagabend das Licht der Stadionwelt erblicken durfte. Gegen eine freiwillige Spende brachten wir eine sehr ordentliche Anzahl des siebenseitigen Hefts an die Sandhäuser Fangemeinde und freuen uns auf die weitere Entwicklung in den kommenden Heimspielen. Um 20:30 Uhr erfolgt dann der Anpfiff vor ungewohnter Atmosphäre. Die Zeit bis zum Ende des Boykotts verging wie im Flug und relativ pünktlich nach 19:16 Minuten fand man sich im A4 plötzlich in rotem Rauch wieder. Frei nach dem Motto: Montags sehen wir rot! Nach dem durchaus gelungenen Pyrointro gab es einen ebenso gute Scheiß-DFB Wechselgesang mit dem Gästeblock. Langsam sind die Highlights des Montagsspiels aber auch schon erzählt. Das Spiel sorgte für einiges Haare-Raufen, hüben wie drüben passte sich der Support – bis auf wenige Ausreißer nach oben – dem Spielgeschehen an. Ein sehr ernüchternder Kick endete somit folgerichtig mit 0:0. Nach Abpfiff wurde relativ schnell klar, dass man mit dem Anhang aus Hessen trotz gemeinsamer Aktion nicht unbedingt im Reinen ist. Letztendlich blieb aber alles weitestgehend ruhig…